Seit mehr als 100 Jahren ist die Großmarkthalle in München-Sendling ein Ort, an dem die Stadt mit Frischware versorgt wird. Heute ist sie auch ein Ort, an dem moderner Brandschutz auf historische Bausubstanz trifft. In einer der denkmalgeschützten Hallen hat die Scheferling RWA Systeme GmbH eine komplette Rauch- und Wärmeabzugsanlage umgesetzt – von der Projektierung bis zur Abnahme durch den Sachverständigen.

Für ein RWA-Projekt heißt das: Die Technik muss funktionieren, darf aber das Erscheinungsbild des Baudenkmals nicht stören.

 

Die Aufgabe

Im Brandfall muss der Rauch schnell und zuverlässig aus der Halle abgeführt werden. Damit bleiben Flucht- und Rettungswege länger raucharm und die Feuerwehr kann besser eingreifen. Weil neue Dachöffnungen in einem Baudenkmal kaum in Frage kommen, haben wir die vorhandenen Fenster im oberen Hallenbereich als Rauchabzugsöffnungen genutzt.

Die Anforderungen:

  • Integration der RWA-Technik in die bestehenden, historischen Fensterelemente
  • Möglichst unauffällige Montage von Antrieben und Leitungen
  • Abstimmung mit den Vorgaben des Denkmalschutzes
  • Normgerechte Ausführung und Dokumentation bis zur Sachverständigen-Abnahme

 

Unsere Lösung

44 Kettenantriebe an nach außen öffnenden Klappflügeln

Die Klappflügelfenster öffnen nach außen. Für diese Öffnungsart sind Kettenantriebe gut geeignet: Sie sind kompakt, lassen sich flach auf dem Rahmen montieren und erreichen trotzdem große Öffnungsweiten. Insgesamt haben wir 44 Kettenantriebe verbaut. Jeweils paarweise in der Mitte zweier Flügel angeordnet, fügen sie sich unauffällig in die Fensterteilung ein.

Im Brandfall öffnen die Flügel automatisch und geben einen großen Querschnitt für den Rauchabzug frei.

 

Zwei Modulzentralen für eine sichere Steuerung

Gesteuert wird die Anlage über zwei RWA-Modulzentralen. Modulare Zentralen lassen sich genau auf die Zahl der Antriebe und die Aufteilung in Rauchabschnitte bzw. Gruppen abstimmen. Sie übernehmen die Auslösung im Brandfall, versorgen die Antriebe mit Energie – bei Netzausfall über die integrierte Notstromversorgung – und überwachen die Leitungen auf Störungen.

 

Leitungsverlegung mit Rücksicht auf den Bestand

Gerade im Denkmal ist die Leitungsführung entscheidend. Unser Team hat die komplette Verkabelung selbst geplant und verlegt: von den Zentralen über die Hallenkonstruktion bis zu jedem Antrieb. Die Leitungswege haben wir so gewählt, dass sie den Vorgaben für sicherheitstechnische Anlagen entsprechen und das historische Erscheinungsbild der Halle und der Fassade möglichst wenig beeinträchtigen.

 

Alles aus einer Hand

Bei diesem Projekt lag die gesamte Prozesskette bei uns:

  1. Projektierung – Bestandsaufnahme, Abstimmung der Anforderungen und Auslegung der Anlage
  2. Werksplanung – Detailplanung von Antriebspositionen, Zentralen, Gruppen und Leitungswegen
  3. Lieferung und Montage – Einbau der 44 Kettenantriebe und der zwei Modulzentralen
  4. Leitungsverlegung – komplette Verkabelung der Anlage
  5. Inbetriebnahme – Funktionsprüfung aller Flügel und Auslösewege
  6. Sachverständigen-Abnahme – Begleitung der Prüfung bis zur erfolgreichen Abnahme

Für Bauherren und Betreiber bedeutet das: ein Ansprechpartner, klare Verantwortung und keine Lücken zwischen Planung und Ausführung. Gerade bei Bestands- und Denkmalprojekten, bei denen vor Ort oft Unerwartetes auftaucht, ist das ein großer Vorteil.

 

Unser Fazit

Brandschutz und Denkmalschutz schließen sich nicht aus. In der Großmarkthalle München zeigen 44 Kettenantriebe an historischen Klappflügelfenstern, dass sich moderne RWA-Technik in ein über 100 Jahre altes Baudenkmal integrieren lässt – mit sorgfältiger Planung, sauberer Ausführung und Erfahrung im Umgang mit Bestandsgebäuden.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

 

Sie planen eine RWA-Anlage im Bestand oder in einem denkmalgeschützten Gebäude?

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie von der ersten Idee bis zur Abnahme durch den Sachverständigen.